Schulchronik

Das vermutlich erste Schulhaus St. Peters stand wohl auf dem Dorfplatz, heißt es doch bei der Brandbeschreibung aus dem Jahre 1645, dass auch das Schulhaus abgebrannt sei. Im Jahre 1870 wird die Schule folgendermaßen beschrieben: "Das Schulhaus befindet sich in einem guten Bauzustand und enthält folgende Räume: 2 Lehrzimmer, 3 Wohnzimmer, eine kleine und eine größere Küche, ein Keller, ein Einsatz für Gemüse, ein Boden und 3 Aborte. Die Zahl der schulpflichtigen Kinder beträgt 179, die der schulbesuchenden 169."

 

1914 fand die baupolizeiliche Erhebung für den Schulhausneubau statt. Der Bau wurde dem Baumeister Johann Koch in Schwanberg um 50.000 Kronen übertragen. Da akuter Mangel an Arbeitskräften herrschte, kam man mit den Bauarbeiten nur langsam voran. Mitte Dezember 1916 mussten die Arbeiten wegen der schlechten Witterungsverhältnisse eingestellt werden. Anfang April des nächsten Jahres wurde die Bautätigkeit wieder aufgenommen. Im Oktober kam die Arbeit erneut zum Stillstand, da der Baumeister einrücken musste. Schließlich übernahm Maurermeister Karl Reiß die Arbeiten im Akkord. Nach diversen Schwierigkeiten und mehrmaligen Arbeitspausen war das heutige Schulhaus endlich im Frühjahr 1920 fertig gestellt. Im Laufe der nächsten beiden Jahre wurde auf Drängen des Schulleiters ein Garten angelegt und ein Zaun errichtet. Neben den Außenmauern des Schulhauses und auf dem Schulgrundstück wurden circa 70 Obstbäumchen gesetzt. Das ehemalige Schulhaus am Kirchplatz wurde vom Kaufmann Karl Schober 1922 gepachtet, und die ehemalige 1. Klasse zum "Geschäftslokal" ausgebaut.

 

In den Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg wurden noch verschiedene Erneuerungen und Verbesserungen getätigt, bis dann 1944 die Schulräume von der ukrainischen Waffen SS in Beschlag genommen wurden. Während dieser Zeit fand der Unterricht im Gastzimmer des Gasthauses Windhager statt. Es wurde Wechselunterricht geführt: Vormittags- und Nachmittagsunterricht von je zwei Stunden. Nach Abzug der ukrainischen Truppen zogen bald die Truppen Titos ein und besetzten das Schulhaus. Dieses litt sehr unter den Besetzungen, wurde aber so schnell wie möglich renoviert.

 

1970/71 wurde eine Elektroheizung installiert. Zugleich wurden Türen, Fenster und Sanitäranlagen erneuert sowie eine Außenrenovierung durchgeführt. Heute kann der Schulunterricht in zweckmäßig ausgestatteten Räumen und mit den erforderlichen technischen und pädagogischen Hilfsmitteln erteilt werden.

 

In der Schulchronik des Jahres 1939 befindet sich eine Eintragung, die besagt, dass das Schulhaus zwar entsprechend ausgestattet war, dass aber ein Turnsaal noch fehlte. Zu jener Zeit wurde ein Klassenzimmer zur sportlichen Ertüchtigung genützt. Es war jedoch beabsichtigt, bis 1944 einen eigenen Turnsaal zu bauen. Erst 1976 wurde der neue Turnsaal übergeben, der auch als Mehrzwecksaal immer wieder verwendet wird. Der Turnsaal hat ein Ausmaß von 12 x 24 m (288 m² Bodenfläche) und ist 5,5 m hoch, hat im Untergeschoß diverse Nebenräume und hatte bis zum Jahre 2000 im Erdgeschoß Räumlichkeiten für den Kindergarten. Die Schulleiterwohnung wird noch genützt.

 

Die Schüleranzahl pro Klasse betrug 1965 durchschnittlich 30 bis 45 Schüler. 1970 gab es noch fünf Klassen, allerdings wurde die Abschlussklasse mit der Zeit aufgelassen, da alle Schüler an die Hauptschule Schwanberg weitergeschickt wurden. Damit sank auch die Schülerzahl an der Volksschule St. Peter beträchtlich. Die durchschnittliche Klassenschülerzahl lag zwischen 30 und 40.

 

1972 wurde die Schülerfreifahrt eingeführt. 1974/75 wurden auch die 1. und die 4. Klasse geteilt, wodurch der Unterricht in sechs Klassen erfolgte. Im folgenden Schuljahr wurden die 1. und die 2. Klasse aufgrund der großen Schülerzahl erneut geteilt. Da im Schuljahr 1976/77 für die erste Klasse 38 Schüler gemeldet waren, kam es erneut zu einer Teilung, womit die Volksschule St. Peter im Sulmtal sieben Klassen führte! Mit dem Schuljahr 1980/81 machte sich der Schülerrückgang erstmals bemerkbar. Die 1. Klasse wurde nur mehr von 19 Schülern besucht.

 

Unsere Schülerzahlen seit 1900 im Überblick:

Jahr   Buben Mädchen gesamt
1900   86 85 171
1910   87 99 186
1920   105 100 205
1936   103 105 208
1950   88 97 185
1970   79 71 150
1980   56 50 106
1989   38 38 76
2001   38 27 65
2004    29 16 45
2006   32 29 61
2010   28 20 48